Aktuelles

Nutzer*innen für unseren Lernort gesucht

Wir sind aktuell auf der Suche nach Menschen die Lust haben unseren Lernort mitzunutzen und die optimalerweise die Möglichkeit haben den Bau durch ein Darlehen zu unterstützen: Näheres hier.

Jahresgruppen Weißsein wieder ab 2022

Liebe weiße Menschen*!

Ich lade euch ein auf eine besondere Reise. Eine Reise mit den Fragen: Wie können wir verlässliche, rassismuskritische Verbündete/Kompliz*innen sein und mit innerer Klarheit Verantwortung übernehmen? Wie können wir politisch handlungsfähiger werden? Wie können wir auf dem Weg dahin unsere eigenen Themen, Trigger und Traumata erforschen und heilen? Eine Reise die gesellschaftliche und persönliche Transformation immer wieder verknüpft, die uns zentriert und uns stärkt.

Die Reise geht entlang der Phasen der weißen Bewusstwerdung „Verleugnung, Schuld, Scham, Anerkennung und Verantwortung“ (Gilroy / Kilomba). Wir nehmen uns Zeit, tauchen in die Tiefe dieses lebenslangen Lernprozesses, um zu verstehen, zu fühlen, zu verändern. Ich möchte mit euch Muster erkennen und Möglichkeiten erforschen, unsere Grenzen erweitern und die Bequemlichkeit unserer Komfortzone verlassen. Ich will mit euch neue Wege gehen, uns radikal herausfordern und doch gleichzeitig wertschätzend und liebevoll miteinander sein. Die Gruppe als Wegbegleiter*innen für unsere Prozesse und Fragen für unseren Beitrag zu neuen Handlungsmöglichkeiten, zu mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit, Solidarität und Powersharing.

Die Jahresgruppe ist offen für alle Menschen, die gesellschaftlich weiß positioniert sind und die sich schon ausführlich mit rassismuskritischen Themen auseinandergesetzt und grundsensibilisiert haben (Selbststudium, Weiterbildungen,…). Die Gruppe ist gedacht für weiße Menschen, die sich aktivistisch, beruflich oder im privaten Umfeld mit Rassismuskritik, Migrations- oder Entwicklungspolitik beschäftigen und/oder eng mit BIPOC zusammenarbeiten oder -leben, und die Lust auf Transformation und Austausch und das Gefühl haben (bzw. gespiegelt bekommen) noch Potential in ihrem Verbündetsein zu haben.

Die Gruppe findet mit max. 12 Teilnehmenden statt.

Die Jahresgruppe trifft sich im Laufe von 12 Monaten 5 Mal für je 3 Tage. Zwischendurch haben die Teilnehmenden die Möglichkeit zu Einzel-Beratung (online, im Preis inbegriffen) sowie selbstorganisierten Peergrouptreffen und einem digitalen Austausch.

Inspiriert werden die Module durch machtkritische und traumasensitive Ansätze und methodisch verknüpft mit Theaterarbeit, kollegialer Beratung, Gefühls- und Körperarbeit, sowie Ansätze aus dem Kontext von embodied activism.

Termine:

DIe Gruppen 2021 sind ausgebucht, für 2022 stehen noch keine Termine fest. Bei Interesse schreibt uns einfach eine Nachricht.
Alle Treffen beginnen montags um 11 Uhr und enden mittwochs um 18 Uhr.

Alle Termine die ggf. aufgrund von COVID19 nicht gemeinsam vor Ort stattfinden können, werden zu den selben Zeiten online stattfinden.

Geleitet und inhaltlich gestaltet wird die Jahresgruppe von Timo Galbenis-Kiesel (Pronomen: weiß, er/kein Pronomen, cis, 40, 2 Kinder, pan, neurotypisch & able-bodied). Ich arbeite freiberuflich als Trainer, Berater und Prozessbegleiter und forsche seit mehr als 15 Jahren privat und beruflich (u.a. im Kontext von glokal e.V. und des Dokumentarfilmprojektes whitecharity.de) zu meinem eigenen Weißsein. Persönlich ging mein Weg von einer kopfgesteuerten Auseinandersetzung hin zu einem Körperwissen bei dem ich nicht nur Rassismus und seine Auswirkungen auf weiße Menschen besser verstanden habe, sondern mich als Mensch überhaupt erst kennengelernt habe. Ich bin inzwischen überzeugt, dass das eine nicht ohne das andere geht und dass unsere eigenen Verletzungen, Befindlichkeiten und inneren Kinder am stärksten verhindern, dass wir gute Verbündete/Kompliz*innen sind.

Zu einzelnen Modulen werden in Absprache mit der Gruppe Gastreferent*innen eingeladen.

Organisatorisch laufen die Jahresgruppen über den Verein Havel Kranich e.V.

Ort:

Die Module finden in Groß Kreutz/Havel, zwischen Potsdam und Brandenburg an einem wunderschönen, naturnahen Ort (50min von Berlin Hbf mit dem RE) und in einem selbstorganisierten Rahmen statt.

Kosten:

einmalige Anmeldegebühr: 100 Euro

Monatlicher Beitrag von 50-150 Euro über 12 Monate (je nach Selbsteinschätzung, bitte sprecht mich an, falls es am Geld scheitern sollte).

Zzgl. Kosten für Verpflegung (70€/Treffen). Übernachtung ist begrenzt auf Matratzen möglich oder im eigenen Zelt gratis, Ferienwohnungen/Hotels im Dorf können auf Wunsch gegen Kostenübernahme vermittelt werden.

Anmeldung:

Bitte melde dich unter info AT galbenis-kiesel.de. Ich möchte gerne wissen, was deine Motivation ist an der Jahresgruppe teilzunehmen, wie du dich bisher mit dem Themenfeld auseinandergesetzt hast und welche Fragen dich aktuell beschäftigen. Außerdem welche Anforderungen an Barrierefreiheit du für eine Teilnahme hast. Du kannst mir deine Antworten schreiben oder auch als Audio- oder Videodatei schicken.

Bis zur Anmeldefrist stehe ich für Fragen oder die Möglichkeit eines Kennenlernens durch Telefonate/Videoanrufe gerne zur Verfügung.

Falls du generell Interesse hast aber das Format für dich gerade nicht passt, dann schreib mir oder trag dich gerne auf meinen Newsletter ein.

Und nun bin ich aufgeregt und neugierig auf eine gemeinsame Forschungsreise.

Feedback von aktuellen Teilnehmenden:

“Bisher war mein Ansatz, mich mit Rassismus zu beschäftigen ein rein intellektueller. Timo und die Zusammenarbeit in der Gruppe haben bewirkt, mir neue, nicht kopfgesteuerte Perspektiven auf das Thema zu eröffnen – trotz einer, wie ich inzwischen verstehe, durch meine weiße Sozialisierung geprägten Skepsis gegenüber der Arbeit mit meinem Körper und meinen Emotionen. Ich bin für diese Bewusstseinserweiterung sehr dankbar.”

“Die Seminare der Jahresgruppe haben manchmal viel von Therapie. Denn es geht um eine tiefere Auseinandersetzung mit Rassismus, als nur die richtigen Sätze zu lernen. Manchmal denke ich: das ist doch nur Nabelschau, das ist doch wieder nur für meinen eigenen Profit. Und dann erfahre ich: dass ich wirklich verantwortlicher handle, durch ganz neue, tiefere Zugänge zu dem Rassismus, den ich selbst reproduziere

“Durch die Jahresgruppe habe ich gelernt, dass zur Auseinandersetzung mit Rassismus auch die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Lebensthemen gehört. Wenn ich meine eigenen Lebensthemen kenne, Verantwortung für diese übernehme und diese mit meinem Rassismus verknüpfe, gelange ich auch zu mehr Verantwortungsübernahme in Bezug auf mein Weißsein. Die Jahresgruppe hat mir eine Möglichkeit gegeben diese beiden Lernfelder miteinander in Verbindung zu bringen und dafür bin ich sehr dankbar!”
“Mit der Jahresgruppe bin ich in einen Prozess eingetreten, der mir ermöglicht, Rassismus als Struktur so zu verstehen, dass ich mich darin verorten kann und gleichzeitig nicht in Handlungsunfähigkeit stecken bleibe, sondern mich zu Verantwortungsübernahme entscheiden kann. Dabei war für mich von Bedeutung, eine ganzheitlichere Auseinandersetzung mit Rassismus und meinem Weißsein, zu beginnen; auf so vielen verschiedenen Ebenen – psychologisch, alltäglich, strukturell, körperlich, … Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das ohne die Jahresgruppe so geschafft hätte – das ist sehr kostbar für mich und ich bin dafür unfassbar dankbar!”
“Unser Umgang in der Gruppe, unser Miteinander-Sein, war für mich gekennzeichnet von einer sehr achtsamen Atmosphäre, von geben und nehmen, zuhören, Raum schaffen, sich mit Schwächen zeigen können, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, Gemeinschaft erleben. Auch von gelingen und nicht so gut gelingen. In all dem konnte für mich etwas aufscheinen davon, wie es in einem zukünftigen Leben einmal sein kann, wenn Weißsein kein Thema mehr sein muss. Es gibt noch viele Aspekte, in denen wir besser werden müssen, viel besser, und dieses „ besser” werden wir alle in diesem Leben nicht mehr erleben. Aber ich war und bin unsagbar beeindruckt davon, was möglich ist in einer Gruppe, in der sich die meisten vorher nicht kannten. Zu dieser Ermöglichung hat Timo einen sehr großen Teil beigetragen, aber auch alle anderen haben ihren Teil dazu gegeben. Nach dieser Erfahrung habe ich den großen Wunsch, Teil von einem möglichen Prozess von Bewusstwerdung und von Entwicklung zu sein, für den bei Havel Kranich e.V. erste Bedingungen geschaffen werden können. Ich wünsche mir, dass das Gelände von Havel Kranich e.V. Heimat werden kann für den Anfang einer Bewegung.”